2. Die Große Transformation21

Als Sinnbild verwendet Malik, die Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling. Die Naturgesetze sind für die Raube als auch für den Schmetterling gleich, doch muss sich die Raube am Boden andere Herausforderungen bewältigen, als der Schmetterling in der Luft. Unsere Alte Welt war vorwiegend durch die Gesetze des Geldes und der Ökonomie geprägt, während die Neue Welt durch die Gesetze von Information, Wissen, Erkenntnis, Komplexität und Dynamik hochvernetzter Systeme dominiert wird. Wissen bricht Geld; Information bricht Macht.

 

Die Quellen von Malik

Beim Thema Transformation bezieht sich Malik auf Autoren wie Karl Polanyi „The Originis of Our Time“; Peter F. Drucker „The Future of Industrial Man“, „Post Capitalist Society“; Norbert Wiener „Cybernetics, or control and communication in the animal and the machine“; Stafford Beer „Platform for Change“: vom Kapitalismus zur Wissensgesellschaft; vom Nationalstaat zum transnationalen Megastaat; zur Anwendung von Cybernetics auf das Management

 

Beispiele für die Transformation

Vor 18 Jahren war Google noch nicht gegründet - heute verbringt ein 18-Jähriger mit einem Computer oder Smartphone mehre Stunden pro Tag im Internet. Viele Beispiele des Umbruchs führt Herr Malik auf:

1999: Osterweiterung der Nato, 2000: Finanzsturm über Zürich; 2001: Terroranschlag 9/11; 2003: Irakkrieg, 2007: iPhone; 2008: Finanzkrise, 2011: Nordafrika

 

Alles ändert sich

Malik vermutet, dass wir uns im ersten Drittel der Transformation befinden, die alles ändern wird: Das was wir tun, wie wir es tun und warum wir es tun - wie wir produzieren, transportieren, finanzieren und konsumieren; wie wir erziehen, lernen, forschen und innovieren; wie wir informieren, kommunizieren und kooperieren, wie wir arbeiten und leben. Die gesamten sozialen Funktionsmechanismen verändern sich grundlegend, global und irreversibel.

 

Alle sind betroffen

Millionen von Organisationen müssen umgebaut werden und sich den neuen Anforderungen anpassen. Die Menschen sind herausgefordert umzudenken und umzulernen.

 

Systemtheoretisches, kybernetisches, ganzheitlich-interdisziplinäres Denken ist notwendig

Wir müssen uns von den alten Denkweisen verabschieden. Das klassische Management ist ein Auslaufmodell, denn diese Transformation mit ihrer Komplexität kann weder gesteuert, gelenkt, kontrolliert werden. Und von gestalten kann gar keine Rede sein. Für das Meistern der rasch wachsenden Komplexität und für die immer stärkere globale Vernetzung braucht man neue Denkweisen. Das lineare Denken wird durch systemtheoretisches und kybernetisches Denken ersetzt; das rein betriebswirtschaftliche Denken, durch ganzheitlich-interdisziplinäres Denken.

 

Gesellschaft besteht aus Organisationen

Malik beschreibt, dass wir weniger in einer Gesellschaft von Personen leben, sondern mehr in einer Gesellschaft von Organisationen. Was ein Mensch tut - zumindest 8 Stunden lang -, tut er weniger als Individuum der Gesellschaft, sondern als Mitglied oder als Benutzer von Organisationen. Die Menschen brauchen funktionierende Organisationen. Diese Organisationen interagieren, konkurrieren und kooperieren und bilden so Sub- und Supersysteme aus, die keiner mehr durchleuchten kann. Will Politik Wirkung erzielen, so muss sie dieses organisatorische Gewebe erreichen, indem sie auf die Interaktion zwischen den gesellschaftlichen Organisationen einwirkt.

 

(R)Evolution der Organisationen

Wir müssen aus dem zweidimensionalen Denkgefängnis von Sozialismus und Kapitalismus ausbrechen. Erfolgsfaktor der Großen Transformation21 wird die (R)Evolution der Organisationen und Ihres Managements sein. Es wird eine neue Gesellschaftsordnung entstehen, die ein funktionierendes Zusammenleben ermöglicht.

 

ANMERKUNG Daniel Juling:

Ich möchte den Gedanken erweitern, welche Bedeutung die Organisationen für den Menschen hat. Der Einflussbereich als Individuum zum Mitgestalten kann in Organisationen bedeutend größer sein, als in der Gesellschaft. Gefällt es jemandem nicht mehr in einer Organisation, so kann er zu einer anderen wechseln oder eine eigene gründen, in der er seine eigenen Regeln für die neu geschaffene Organisation festlegen kann. Von einem Tag auf den anderen können Sie Mitglied einer anderen Organisation werden und so Ihr Leben radikal verändern. Überspitzt formuliert: Organisationen können von Menschen als geschützte Lebensräume innerhalb einer Gesellschaft empfunden werden.

 

WER SEINEN DENKRAUM ERWEITERN MÖCHTE:

  • Was kann sich von einen Tag auf den anderen in Ihren Leben ändern, wenn Sie in eine andere Organisation wechseln?
  • Was hat mehr Einfluss auf Ihr Leben? Das politische Wählen mit Kreuzen oder die Wahl bei welcher Organisation/Firma man Mitglied sein möchte.
  • Wie fühlen Sie sich in der Organisation in der Sie sich bewegen?
  • Wie müsste eine Organisation aussehen, in der Sie sich besser fühlen?
  • Gibt es so eine Organisation? Können Sie zu dieser Organisation wechseln?
  • Ist Ihre Wusch-Organisation überhaupt überlebensfähig?
  • Können Sie selbst so eine Organisation gründen? 
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