Konturen einer Soziologie des wissenschaftlichen Nichtwissens

Eine Soziologie des wissenschaftlichen Nichtwissens beschäftigt sich mit den Schattenseiten der etablierten Wissenschaftssoziologie, welche als soziale Erscheinung zu sehen und zu analysieren ist. In der Soziologie des wissenschaftlichen Nichtwissens sollen verschiedene Forschungslinien zusammengeführt werden. Dabei erwartet man hauptsächlich Antworten zu folgenden drei Themenbereichen (Holly Stocking):

Nichtwissens-Ansprüche in Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit: 

  • Wie wird Nichtwissen von der Wissenschaft definiert, wie wird es medial kommuniziert und gesellschaftlich wahrgenommen?
  • Wie wird Nichtwissen strategisch von den verschiedenen Interessensgruppen eingesetzt? (z.B. wirtschaftliche gegen gesellschaftliche Interessen bei der Gentechnik) 

Öffentliche Unkenntnis der Wissenschaft:

  • Welche Formen von Wissensgefällen gibt es? 
  • Wie ist das Nichtwissen in der Öffentlichkeit, mit der Forderung nach mehr demokratischen Entscheidungen, zu denken? 

Die politische Erzeugung von Nichtwissen

  • Was wird erforscht und  was nicht?
  • Warum wissen wir was (Krebsbehandlung) und was wissen wir nicht (Krebsvorsorge)?
  • Wie soll über die Prioritäten in der Forschung entschieden werden?